2.2.1Branchen:Die Region Göttingen profiliert sich als Zentrum der Wissenswirtschaft mit dominierendem Quartärsektor

Die Region Göttingen kann als ein Zentrum der Wissenswirtschaft bezeichnet werden. Hauptbestandteile sind international aufgestellte Hochschul- und Forschungseinrichtungen sowie damit kooperierende weltweit führende Unternehmen der Mess-, Medizin- und Molekulartechnik.

Wissensintensive Industrien und Dienstleistungen sollen durch Ausbau von Entwicklungs-, Gründungs- und Förderungsberatung gestärkt werden. Insbesondere soll der Anschluss von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an die „Wissensökonomie“ gefördert werden.

Wissensdienstleistungen (quartärer Sektor) werden im Vergleich zu allgemeinen Diensten überwiegend regional „exportiert“ und sind deshalb strukturpolitisch förderungswürdig. Da sie meist zu den KMU gehören, wird ein beratungsintensiver, einzelbetrieblicher Förderansatz hierfür benötigt.

pdf-iconStudie Kapitel 2.2.1 (Seiten 44 - 48) Branchenprofil: Dominierende Wissenswirtschaft

Kommentare

  • Es ist aus Sicht des Jobcenter Landkreis Göttingen richtig, dass in den vorherrschenden Branchen nicht nur ein Fachkräftemangel sondern auch ein allgemeiner Arbeitskräftemangel prognostiziert wird.

  • Aus Sicht der IG Metall ist die Ausgangssituation in der Studie unter Punkt 2.2.1. im Grundsatz zutreffend analysiert. Die Ausgangssituationen unter dem Blickwinkel der gewerblichen Wirtschaft mit dem Branchenschwerpunkten der südniedersächsischen Landkreise sind aber sehr unterschiedlich geprägt. Während die ländlichen Landkreise in Northeim und Osterode prinzipell weiterhin unter Verlusten von Industriearbeitsplätzen geprägt sind, gibt es noch eine stabile Situation am Universtätsstandort Göttingen. Trotzdem kann man nicht von einem einheitlichen Bild sprechen. Denn trotz der definierten Stärken und Schwächen in den 3 Landkreisen kommen auch gegenteilige Entwicklungen in einzelnen größeren Betriebseinheiten vor, die erhebliche Auswirkungen auf die Strahlkraft der Region Südniedersachsen haben kann.

    So gibt es für Göttingen trotz einer einzelbetrieblichen positiven Entwicklung bei der Zunahme von Beschäftigung auch bedrohliche gegensteilige Entwicklungen in größeren bedeutsamen Göttinger Betrieben. Dies liegt im wesentlichen daran, dass strategische Konzernentscheidungen bezüglich einer positiven oder negativen Standortentwicklung außerhalb von Südniedersachsen getroffen werden. Der Standortvorteil der Universität Göttingen reicht in diesen Fällen erfahrungsgemäß leider nicht aus, um entsprechende nachhaltige Investitionen in Produktinnovationen zugunsten der südniedersächsischen Standorte zu bewirken. In den ländlichen Landkreisen mit schwachen Entwicklungspotentiale gibt es wiederum konkrete gegenteilige positive Beispiele, wo durch betriebliche Regelungen zwischen Arbeitnehmervertretungen und Konzernzentralen es zu geplanten Beschäftigungsaufbau in den nächsten Jahren kommen wird.

    Es wäre wünschenswert, wenn es gelingen könnte, einen Prozess der Strategieentwicklung in Südniedersachsen aufzubauen, der Einfluß bzw. Unterstützung auf betriebliche Problemlagen bzw. betriebliche Potentiale langfristig nehmen könnte.

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