2.3.3Berufe:In der Region Göttingen bieten die Betriebe interessante berufliche und akademische Ausbildungsplätze an

Die Berufsausbildungsbilanz in der Arbeitsagenturregion Göttingen ist 2012 nahezu ausgeglichen. Während nur 2,8 % der Berufsausbildungsbewerber unversorgt sind; bleiben 5,5 % der Ausbildungsstellen unbesetzt. Demografisch bedingt wird sich dieser Trend zukünftig verstärken.

Die Ausbildung des Berufsnachwuchses in differenzierter Breite und qualifizierter Höhe ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Regionsentwicklung. Erforderlich ist auch die überregionale Gewinnung von Ausbildungsbewerbern. Berufsbegleitende Weiterbildung und Fortbildung wird von den Betrieben unterstützt.

Die Berufsbildenden Schulen der Region müssen zur langfristigen Standort­sicherung ihre Fächerangebote untereinander abstimmen. Dazu muss ein regionaler Schulentwicklungsplan aufgestellt werden, der die zur Umsetzung erforderlichen Maßnahmen benennt.

pdf-iconStudie Kapitel 2.3.3 (Seiten 62 - 64) Berufsprofil: Betriebliche Ausbildung

Kommentare

  • Im Vergleich zu dem Zustand von vor 10 Jahren sind interessante Angebot zum berufsbegleitenden Erwerb der Fachhoschulzugangsberechtigung für Berufstätige Menschen verloren gegangen (zB Fachoberschule in Abendform). Es sollte über die Möglichkeit nachgedacht werden, in einem modularen System diese Bildungsgänge weiterhin anzubieten, um die Durchlässigkeit des Ausbildungssystems zu erhöhen. Durch einen modularen Aufbau können verschiedene Fachrichtungen teilweise gemeinsam unterrichtet werden, wenn die Nachfrage die Bildung einer Klasse in jedem Ausbildungsgang (Hauswirtschaft, Technik, Wirtschaft, Verwaltung) nicht zulässt.

  • Das Berufsausbildungssystem der Dualen Ausbildung ist einzigartig im deutschsprachigen Raum, wenn es aus der Perspektive der Europäischen Union oder gar aus internationaler Perspektive gesehen wird. Facharbeiterinnen und -arbeiter haben oft eine 3,5 Jahre währende Berufsausbildung hinter sich. Diese ist jedoch (formal) nicht vergleichbar mit einem universitären Bachelorgrad, der als Qualifikationsnachweis außerhalb Deutschlands üblich ist und oft nur drei Jahre Ausbildung erfordert.

    Den Facharbeiterinnen- und Facharbeitern gereicht zum Nachteil, dass potentielle Arbeitgeber außerhalb des deutschsprachigen Raumes die hier erworbene Qualifikationen häufig nicht einzuschätzen vermögen. Dies ist ein systematischer Standortnachteil für die hiesigen Bildungseinrichtungen. Der Nachteil kann behoben werden, wenn gezielt Anreize zur Weiterqualifikation neben Beruf und Familie geschaffen werden, in denen Weiterbildungspunkte erworben weren könnnen (ähnlich dem ETCS). Hier müssen auch Formalqualifikationen erwerbbar sein, die auf Europäischer und Internationaler Ebene geläufig sind (Bachelor, Master, MBA).

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