4.2.1Nutzung:Die südniedersächsische Kulturlandschaft zeichnet sich durch Nutzungsvielfalt und Maßstäblichkeit aus

Südniedersachsen ist reich an natürlichen Ressourcen, die der Region zu einer vielfältigen Kulturlandschaft verholfen haben. In einer ausgewogenen Mischung prägen Siedlungen (12,6 %), Land­wirtschaft (45,2 %) und Wälder (40,7 %) das Nutzungsprofil und den Schutzstatus der Landschaft.

Die historisch-ökologische Wertigkeit der südniedersächsischen Kulturlandschaft soll erhalten und gefördert werden. Das gilt für die verträgliche Einbindung der Siedlungen, die maßstäbliche Gliederung der Nutzungen und die schonende Gestaltung von Eingriffen. Die Flächen-versiegelung soll minimiert werden.

In der Region Göttingen ist eine ausgewogene Landnutzung besonders schutz- und förderwürdig. Dazu gehören die Förderung der „bedrängten“ Nutzungsarten wie der Waldbestände, der Grünlandflächen sowie der Mager­standorte sowie die Wiederherstellung gestörter Landschaftsteile (z.B. Extensivierung).

pdf-iconStudie Kapitel 4.2.1 (Seiten 108 - 110) Nutzungsprofil: Landschafts-Rahmenplanung

Kommentare

  • Als Träger des Natur- und Geoparks Harz macht der Regionalverband Harz e. V. die Erd- und Bergbaugeschichte des Harzes, die in Kapitel 4.2.1 thematisiert wird, anschaulich und begreifbar. Dies geschieht u. a. durch verschiedene Print- und Onlinematerialien sowie Informationstafeln vor Ort. Naturschutzbildung zielt nicht nur darauf ab, auf die landschaftlichen Besonderheiten einer Region hinzuweisen und Naturwissen zu vermitteln, sondern auch auf eine Identitätsbildung der in der Region wohnenden Menschen.

    Des Weiteren wird in Kapitel 4.2.1 das Thema Flächenversiegelung angesprochen. Die siedlungsfreien, unbebauten und unversiegelten Räume sind wichtige Voraussetzung für vielfältige kulturelle (Kulturlandschaften, Freizeit/Erholung), ökonomische (Land- und Forstwirtschaft), gestalterische (städtebauliche Entwicklung/Ortsgestaltung) sowie ökologische (Naturschutz) Funktionen. Der Gefährdung der Freiräume durch hohen Flächenverbrauch und linienhafte Zerschneidung ist entgegen zu wirken, u. a. durch Nachnutzung bereits versiegelter Flächen. Die Entsiegelung nicht mehr benötigter Flächen soll zielstrebig verfolgt werden. Dabei sollen die entsprechenden Raumordnungsprogramme berücksichtigt werden. So kann eine landschaftsgebundene Wertschöpfung erreicht werden.

    Elemente dieser „Landschaftswerte“ wie Naturschutzbildung und landschaftsgebundene Wertschöpfung werden auch in der neuen EU-Förderperiode u. a. im EFRE als unterstützenswert und förderfähig angesehen. Naturparke sind in diesem Zusammenhang wichtige Instrumente zur Umsetzung dieser Zielstellungen und Inhalte.

  • Damit es bei der oben genannten ausgewogenen Mischung von Siedlung, Landwirtschaft und Wäldern bleibt, muss die derzeitige Praxis der Ausweisung von Siedlungs- und Gewerbeflächen kritisch hinterfragt werden (Bsp.: GVZ III Holtensen / Lenglern). Der Erhalt des Naturraums muss im Sinne der biologischen Vielfalt unbedingt Priorität bekommen. Die natürlichen regionalen Ressourcen brauchen nicht nur Bestandsschutz sondern Förderung! Landschaftsrahmen- und Flächennutzungspläne müssen deshalb dringend mit entsprechendem „Augenmaß“ überarbeitet werden. Täglich werden in Deutschland 100 ha Fläche neu versiegelt. Die Region Göttingen muss diesem Trend entgegenwirken!

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