4.2.3Agrarstruktur:Die Landwirtschaft der Region setzt auf landschaftstypische Kulturarten und deren Verarbeitung

Die Agrarstruktur in der Region weicht landschaftstypisch vom Landesmittelwert ab: Drei Viertel der Betriebsflächen werden ackerbaulich genutzt – überwiegend für den Getreideanbau. Der Grünlandanteil beträgt nur 16 %. Die mittlere Betriebsfläche ist mit 60 ha überdurchschnittlich hoch. Die Betriebs-struktur ist bäuerlich.

Entwicklungspotenziale gibt es in der Veredelung und der Regional-vermarktung. Der ökologische Landbau soll in der Region einen wesentlich höheren Anteil an den Agrarflächen erreichen. Der Grünlandanteil soll dauerhaft erhalten bleiben. Der Flächenanteil zum Anbau von Pflanzen für die Biogaserzeugung soll begrenzt werden.

Die Agrarförderung will ein stärkeres Gewicht auf ökologisch erzeugte Nahrungsmittel legen. Dementsprechend sollte die Ausweitung ökolandbaulicher Betriebe, Flächen und Märkte in der Region Göttingen verstärkt gefördert werden. Dazu müssen Absatzförderung und Direktvermarktung verstärkt werden.

pdf-iconStudie Kapitel 4.2.3 (Seiten 114 - 116) Agrarprofil: Ländliche Entwicklungsplanung

Kommentare

  • Als Träger des Natur- und Geoparks Harz verfolgt der Regionalverband Harz e. V. die im Kapitel 4.2.3 bzw. im Förderprogramm PROFIL genannten Ziele zur Verbesserung der Umwelt und Landschaft durch Förderung der Landbewirtschaftung und zur Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Naturparke sind die geeigneten Instrumente um einen wichtigen Beitrag dazu zu leisten. Als Träger des Naturparks Harz/Sachsen-Anhalt engagiert sich der Regionalverband Harz e. V. bereits in der Förderung der Akzeptanz und der Steigerung des Bekanntheitsgrades von Natura 2000-Gebieten. Zudem kann er als Mittler zwischen Behörden und Nutzern der Gebiete fungieren. Dies wäre auch für den Naturpark Harz in Niedersachsen wünschenswert, dessen Träger ebenfalls der Regionalverband Harz e. V. ist. Grundlage dafür wäre eine bis zu 100 %ige Projektförderung, die neben Sach- auch Personalkosten beinhaltet und mehrjährige Projekte ermöglicht.

  • Ausdrücklich wird die Förderung der ökologischen Landwirtschaft aber auch die der klein-bäuerlichen Strukturen begrüßt. Die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau sog. Energiepflanzen muss dagegen deutlich zurückgefahren werden. Außerdem muss der erheblich verringerte Bestand an Hecken- und Feldgehölzstrukturen zugunsten der Artenvielfalt deutlich ausgebaut werden. Hier muss den Landwirten u.U. Fläche „abgerungen“ werden.
    In diesem Zusammenhang gilt es im Sinne der bundesweit geforderten Biotopvernetzung Grün-Korridore zu schaffen und z.B. alte Heckenstrukturen wieder herzurichten bzw. neue Hecken zu pflanzen.

  • – Es verwundert nicht, das der Anteil an Ackerland in einer Ackerbauregion relativ hoch ist.
    – Die durchschnittliche Betriebsgröße ist gem. den Unterlagen nur um 2 ha größer als im Landesschnitt. Wenn man unterstellt, dass die mögliche Wertschöpfung im Ackerbau durch die fast nicht mehr vorhandene Veredelung in Südniedersachsen erheblich geringer ist wie in viehreichen Regionen, muss der logische Schluss sein, dass die Betriebe eher zu klein sind, um ausreichendes Einkommen erwirtschaften zu können oder veredelungsintensiver werden müssen.
    – Grünland ist dauerhaft durch unterschiedlichste Regelungen geschützt. Weitere Aktivitäten sind dafür nicht erforderlich.
    – Wenn die Agrarförderung mehr Ökolandbau erreichen will, muss der Absatz und nicht die Produktion gefördert werden. Die Anzahl der direkt vermarktenden Betriebe ist in den letzten Jahren stets rückläufig gewesen.
    – Die Betriebsstruktur in Göttingen ist ausschließlich bäuerlich!
    – Landwirtschaftliche Entwicklungspotentiale für die Region sehen wir an folgenden Punkten:
    – Agrarstruktur und Wegebau
    – Absatzförderung Regionalvermarktung
    – Veredelungsförderung

  • Die Aufnahme des ökologischen Landbaus als Förderschwerpunkt wird begrüßt. Als Gegenpol zu einer immer stärker agrarindustriell geprägten Lebensmittelwirtschaft sollte er gerade in Südniedersachsen Leitbildfunktion haben.
    Neben dem Ausbau der Erzeugung und des Marktes gilt es dafür insbesondere auch die regionale Verarbeitung zu stärken z.B. im Handwerk.

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