4.3.2Ökoenergie:In der Region Göttingen wird die Erzeugung von erneuerbaren Energieträgern vollständig ausgebaut

Die Region Göttingen ist ein innovatives „Zentrum der Bioenergiedörfer“. In der Breitenwirkung ist die Region mit der Nutzung regenerativer Energiepotenziale (Biomasse-, Solar-, Wind- und Wasser­energie) im Landesvergleich aber noch im Rückstand. In der Region ist Holz als Energieträger von Bedeutung.

Die Region Göttingen führt die teilräum­lichen Klimaschutz- und Energiekonzepte zu einem Gesamtkonzept zusammen. Auf dieser Grundlage soll der Ausbau regenerativer Energieträger kontinuierlich bis zur Autarkie verstärkt werden. Dabei sollen dezentrale Erzeugergemeinschaften verstärkt gefördert werden.

Die Erzeugung und Verwendung erneuerbare Energieträger in der Region Göttingen wird nach Maßgabe des regionalen Energie- und Klimaschutz­konzeptes gefördert. Potenziale dafür bieten Wasserkraft, Windkraft, Biomasse, Solarzellen und Geothermie. Die regionale Energieforschung wird verstärkt gefördert.

pdf-iconStudie Kapitel 4.3.2 (Seiten 121 - 123) Ökoenergieprofil: Erneuerbare Energient

Kommentare

  • Die Region benötigt nicht nur den Fokus auf die Bioenergie. Die Region braucht einen moderaten und verträglichen Zubau aller regenerativen Energieträger: Wind, Sonne, Biomasse (Nutzung von Holz incl.)

    Dabei ist der Privatbereich nicht zu unterschätzen, denn der Zubau auf Privatdächern für Solarthermie und PV-Anlagen ist noch längst nicht ausgeschöpft. Die dringend nötige Kampagnenarbeit will die Energieagentur Region Göttingen aufbauend auf dem bereits existierenden Solarportal http://www.solarportal-goettingen.de verstärken.

    Außerdem sind Windpotenziale in der Region vorhanden. Mehrere Veranstaltungen haben gezeigt, dass der hohe Informationsbedarf an Sachthemen befriedigt werden muss. Alle Anliegen der Bürgerinnen und Bürger müssen gehört und diskutiert werden. Die Energieagentur sieht sich hier weiterhin der Rolle des Moderators. Kommunen können dieses Angebot wahrnehmen, um öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen abzuhalten.

    Die Region ist nicht nur ein „innovatives Zentrum der Bioenergiedörfer“, sondern auch eine Region mit anderen Energiegenossenschaften, die zeigen, dass sich Menschen aktiv engagieren: Duderstädter Solar Genossenschaft, Windkraft Diemarden, Energieverbund Angerstraße, Windkraft Solling-Vorland, Wind-RAD Radolfshausen, Energie-Projekte-Eichsfeld und andere.

    Das Forschungsprojekt BEST – Bioenergieregionen stärken zeigt auf, wie z.B. schnellwachsende Gehölzer in unserer Regionen als Nachwachsenden Rohstoff genutzt werden können. Unter dem Zusammenspiel der Ökonomie, Ökologie und Soziologie werden hier Strategien entwickelt. Parallel veranstaltet die Energieagentur einen Praxistransfer zu den Waldbesitzern, Landwirten und Forstwirten.

    Der Bereich der Erdwärme sollte auch in unserer Region nicht vernachlässigt werden. Entsprechende Bemühungen der Universität zeigen, dass auch hier Potenziale liegen. Für den Verbraucher sollten hier mehr Informationen bereitgestellt werden.

    Die Region wird im Verbund vorankommen, das zeigen mehrere Projektbeispiele:
    – Forschungsprojekt „Bioenergieregionen stärken“ – Universität, Landvolk, LEADER Regionalmanagement, Forstwirtschaft
    – Projekt Richtig Heizen mit Holz – treffpunkt Energie, 3 N Kompetenznetzwerk Nachwachsende Rohstoffe Niedersachsen, Schornsteingeferinnung, Deutsches Pelletinstitut, SHK Innung Südniedersachsen
    – Projekt Unternehmen Holzheizung – treffpunkt Energie, 3 N Kompetenznetzwerk Nachwachsende Rohstoffe Niedersachsen
    – Solarportal-Goettingen.de – ElektroInnung, Wirtschaftsförderungen, Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen
    – Netzwerk Regenerative Energien – Verwaltungen, Unternehmen der Region, Bildungseinrichtungen, Sparkasse, Energieversorger
    – Bioenergie und Naturschutz; Optimierung von Nahwärmenetzen – Zwillingsregion Bioenergieregion Elbetal-Wendland mit den lokalen Bionenergiedörfern und dem LEADER Regionalmanagement
    u.v.m.

  • „Centrum Neue Energien“, Bioenergiedorf Jühnde

    Der Begriff „Ökoenergie“ ist in Deutschland nicht geläufig und trägt nur zur Verwirrung bei.
    Auffallend ist, dass bei den verschiedensten Aussagen nicht zuerst an die Beteiligung der Menschen gedacht wird, die jedoch frühzeitig mitgenommen werden müssen unter anderem bei der Umstellung der Energieversorgung von Strom und Wärme auf „saubere“ Energien durch Wind, Sonne, Wasser, Geothermie und Biomasse, die als einzige erneuerbar ist.
    Ideologische Ansätze helfen dabei nicht weiter, wie die Entwicklung der bisher knapp 150 bundesweit entstandenen Bioenergiedörfer eindrucksvoll gezeigt hat.
    In einem ganzheitlichen Ansatz haben sich die Menschen vor Ort bewusst entschieden für ihre eigene, ortsnahe, dezentrale Energieversorgung in enger Abstimmung mit den Landwirten, auf denen eine besondere Verantwortung ruht, für welche Ziele sie ihren Boden zur Verfügung stellen.
    Infolge einer erweiterten Fruchtfolge durch den Einsatz neuer und effizienter Energiepflanzen kann die Bodengare aufgewertet werden auch für die Bereiche der Lebens- u. Futtermittelproduktion.
    Ein gemeinsames Vorgehen aller, einschließlich verlässlicher, politischer Zielsetzungen und zielgerichteter Unterstützung der Entscheidungs- und Genehmigungsstellen ist bei der Umsetzung der Energiewende unabdingbar erforderlich.
    Das Bioenergiedorf Jühnde, als eines der Leuchtturmprojekte auf diesem Gebiet, erfährt durch diese Grundsätze weltweite Aufmerksamkeit und Beachtung, gerade auch vor der Katastrophe in Fukushima, dessen Gebiet für die Menschen nach neuesten Erkenntnissen für immer unbewohnbar bleibt.
    In Zusammenarbeit mit dem „Centrum Neue Energien“, dem Anwendungs- und Kompetenzzentrum, sollen Wege nachvollziehbar aufgezeigt und umgesetzt werden bei der Steigerung der Energieeffizienz im Bereich der Biomasse, etwa bei der Nutzung von Holzhackschnitzel durch einen wirtschaftlichen ORC-Prozess.
    Der Stromgewinn soll effektiv eingesetzt und am Beispiel der e-Mobilität im ländlichen Bereich als Ergänzung zum ÖPNV und Erlebnis für den Tourismus dargestellt werden, ebenso die Speicherung des dezentral erzeugten Stroms durch die Wasserstoffmethanisierung.
    Dieses erfordert eine breite öffentliche und finanzielle Unterstützung zur Entwicklung von intelligenten Produkten, die den Wirtschaftsstandort Deutschland und unsere Region nachhaltig stärken können.
    Dazu trägt auch bei die Einbindung von flexibel steuerbaren Bioenergieanlagen zur Stabilisierung unseres Stromnetzes.
    Im Rahmen eines „Marktplatzes“ der Ideen von Wissenschaft und Wirtschaft können neue Erkenntnisse und Produkte zeitnah in der Praxis umgesetzt werden.
    Solche Vorhaben gilt es zu unterstützen und zielgerichtet zu fördern, damit eine Energiewende mittelfristig bis 2050 gelingen kann.

    Manfred Menke.

  • Der weitere Bau sogenannter Biogas-Anlagen in der bisherigen Konzeption muss gestoppt werden. Die Nutzung von Mais und die damit verbundene „Vermaisung“ der Landschaft hat in anderen Regionen bereits zu verschiedenartigen Schäden geführt (Grundwasserbelastung, Artensterben). Neue Technologien für die Nutzung von Grünabfällen müssen deshalb forciert werden. Der Anbau von Nahrungspflanzen für Mensch und Tier muss prioritär sein und eine regional unabhängige Versorgung angestrebt werden. Die Flächenkonkurrenz zwischen dem Anbau von Nahrungs- und Energiepflanzen muss abgebaut werden.
    Standorte für Windkraftanlagen müssen „über-kommunal“ natur- und landschaftsverträglich sowie mit enger Bürgerbeteiligung geplant werden. Der Anspruch „Energie-Autarkie“ muss kritisch hinterfragt werden! Im Interesse regional-typischer Strukturen in vielfältiger Hinsicht ist der Energie-Import u.U. Struktur-schonender/-verträglicher und ein wichtigeres Ziel.
    Dort wo trotz aller Bemühungen fossile Brennstoffe unumgänglich sind muss auf CO2-mindernde, effizientere Technik gesetzt werden: Verstärkter Ausbau bzw. Umrüstung auch in privaten Haushalten auf BHKWe. Insbesondere wäre die Förderung von Holzgas-BHKWe zudem ein regional passender Weg.

  • – Der Begriff Bioenergie ist passender.
    – Der weitere Ausbau der reg. Energie hängt im Wesentlichen von den aktuell in Berlin verhandelten EEG Förderbedingungen ab. Ich gehe davon aus, dass mit einem weiteren Ausbau aktuell kaum zu rechnen ist.
    – Das Potential für Windenergie ist da. Die politische Unterstützung für Vorhaben kann im Planungsprozess oft nicht mehr erkannt werden. Die Diskussion bei den Windstandorten zeigt das deutlich.
    – Bei der Nutzung der Biomasse ist ebenso ein erhebliches Potential vorhanden, die EEG Regelungen lassen einen weiteren Ausbau jedoch nur schwer zu.

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