3.1.1Gemeinden:Die Region Göttingen positioniert sich als verstädterter Raum mittlerer Dichte mit großem Oberzentrum

Wohn- und Arbeitsort fallen in der „verstädterten“ Siedlungsstruktur weiter auseinander. Weniger als die Hälfte (43,6 %) der Beschäftigten der Region Göttingen hat ihren Arbeitsplatz in ihrer Wohngemeinde. Im Leinetal liegen nur ein Drittel der Wohnungen, aber die Hälfte der Arbeitsstellen.

Die Region Göttingen positioniert sich als „verstädterter Raum mittlerer Dichte mit großem Oberzentrum“ (BBSR). Die ausgewogene Relation der Wohn- und Arbeitsstätten in den Landgemeinden, den Mittelstädten und der Großstadt soll erhalten bleiben. Die Regionalplanungen erarbeiten dafür ein integriertes Konzept.

Die Erstellung von Gemeinde­entwicklungsplänen soll gefördert werden. Dabei sollen die Siedlungs­struktur, die Infrastruktur und die Freiraumstruktur unter besonderer Berücksichtigung der voraussehbaren demographischen Entwicklung im Rahmen eines regionalen Raumstruktur-konzeptes bewertet werden.

pdf-iconStudie Kapitel 3.1.1 (Seiten 67 - 69) Gemeindeprofil: Verstädterter Raum

Kommentare

  • Die Planungen zwischen dem Oberzentrum Göttingen und den Landkreisgemeinden müssen stärker und verbindlicher aufeinander bezogen werden. Der Trend „Zurück in die Stadt“ muss konkret für unsere Region analysiert werden. Die Wechselwirkung und Abhängigkeiten zwischen Oberzentrum und Umland sollte solidarisch auf Maßnahmen überprüft werden, die eine Balance zwischen Stadt und Umland zum Ziel haben.
    Die Gemeinden sollten nach einheitlichem Verfahren Baulücken- und Leerstandskataster erstellen und das Angebot der kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung der N-Bank nutzen.

  • Für den Flecken Nörten-Hardenberg, der verkehrstechnisch sehr günstig gelegen ist und sowohl Anbindungen per Bus und Bahn nach Northeim als auch nach Göttingen hat, sehe ich im Rahmen des Südniedersachsenprogramms neben den übergeordneten Themenfeldern wie Schaffung von Arbeitsplätzen und Ausbau der Breitbandversorgung folgenden Handlungsbedarf:

    1. Förderung von Wohnraum
    Die kontinuierliche Zunahme von Ein- und Zweipersonenhaushalten und damit verbunden die Nachfrage nach 1 – 2 Zimmer-Wohnungen kann derzeit nicht ausreichend gedeckt werden. Weder für die Bedürfnisse von älteren Menschen, in Fällen wo z. B. der Partner verstorben ist, noch von jüngeren, z. B. Studenten, ist adäquater Wohnraum vorhanden.

    Um Leerstände in Altdorfbereichen zu vermeiden und Wohnraum nutzbar zu machen sind häufig von den Eigentümern umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig. Insbesondere eine fachgerechte Sanierung von Fachwerkgebäuden kann sich als sehr kostenintensiv erweisen. Erfahrungen aus der Altstadtsanierung haben gezeigt, dass Fördermittel einen großen Anreiz geben können.

    In beiden Fällen sollten Fördermöglichkeiten geschaffen werden.

    2. Verbesserung des ÖPNV
    Eine kurzfristige Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln trägt dazu bei, den ländlichen Raum als Wohn- und Arbeitsort attraktiver zu machen. Die Zubringerstraßen nach Göttingen sind bereits heute zu den Stoßzeiten überlastet, hinzu kommt die CO2 Belastung durch die privaten Fahrzeuge. Hier könnte ein zeitgemäßes Verkehrskonzept mehrere Probleme auf einmal lösen.

X Grafik