3Soziokulturelles Profil:Die Region Göttingen profiliert sich als attraktiver Wohnstandort

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Von ländlicher zu verstädterter Lebensform

Die Region Göttingen wird vom BBSR nach Pendleranalysen in vier „Stadt-Land-Regionen“ eingeteilt: Zur Region Einbeck zählen die Gemeinden Bad Gandersheim, Dassel, Kreiensen und Kalefeld. Die Region Osterode wird von dem gleichnamigen Landkreis gebildet. Hann. Münden und Staufenberg werden der Region Kassel zugerechnet. Den übrigen größten Teil macht die „Großstadtregion“ Göttingen aus, die noch die hessischen Gemeinden Wahlsburg und Oberweser sowie den Thüringer Landkreis Eichsfeld weitgehend einbezieht. Damit leben 71 Prozent der Südniedersachsen in einer „Großstadtregion“.

Region Göttingen als lebenswerter Wohnstandort

Göttingen entwickelt sich zu einer aufgelockerten „Stadtregion“ mit hoher Lebensqualität. Der Raum ist mit günstigen Wohnungsangeboten für Zuzüge aufnahmefähig. Die Gemeinden steuern die Sanierung und Modernisierung des Siedlungs- und Wohnungsbestandes und fördern die Anwerbung von Wohn- und Arbeitsbevölkerung. Angestrebt wird die Stabilisierung der zentralörtlichen Versorgung, deren Tragfähigkeit an sinkende Einwohnerzahlen angepasst werden muss. Besondere Aufmerksamkeit wird auf den lokalen und regionalen Zusammenhalt der Generationen und Institutionen gelegt (Demografie-management).

Förderung der Infrastruktur in der Region Göttingen

Im Rahmen der EU-Förderperiode 2014-2020 und des darauf ausgerichteten „Südniedersachsenprogramms“ hat die Sicherung der Daseinsvorsorge besondere Priorität. Im Fokus stehen dabei regionsspezifische Maßnahmen zur Anpassung der Infrastruktur an die alternde und verringerte Bevölkerung. Ebenso bedarf der von Leerständen bedrohte Wohnungsmarkt in peripheren Teilräumen der Stabilisation durch Sanierungsprogramme („Städtebau-förderung kleinerer Städte und Gemeinden“). Besondere Förderung benötigt die Integration internationaler Zuwanderung in aufnahmefähigen Siedlungsräumen.

pdf-iconStudie Kapitel 3 (Seiten 65 - 95) Demografiefeste Daseinsvorsorge: Weniger ist mehr

Kommentare

  • Ein bauliches Investitionsprogramm sollte mit Qualitätsanforderungen verknüpft werden, damit die Siedlungsentwicklung den demografischen Entwicklungen wirklich Rechnung tragen kann:
    – Senioren-, behindertengerechte und familienfreundliche Sanierung
    – energetische Sanierung
    – Vorrang von Maßnahmen im Innenbereich: Innenentwicklung vor Außenentwicklung, v.a. durch Umnutzung, Umwidmung, Umbau oder Abriss von Leerstand
    – Erstellung von Baulücken-und Leerstandskataster und deren interkommunale Koordinierung
    Um diese Prozesse der Siedlungsentwicklung konfliktarm und mit bürgerschaftlicher Unterstützung zu gestalten, sollten die Einwohner/innen auf Gemeinde- und Ortschaftsebene beteiligt werden. Dieses Ziel verfolgt das im Rahmen der Kreis – Fusion Göttingen – Osterode am Harz vorgeschlagene Projekt „Dörfer im Aufbruch – Dorfmoderation“. Hier könnten Investitionsprojekte von Dorfentwicklungsprozessen bürgernah begleitet werden. (S. auch 3.1.2.)

    Entwicklung der Bauland- und Mietpreise
    Die Auseinanderentwicklung der Immobilienwerte in der Stadt Göttingen incl. “Speckgürtel“ und in oberzentrumsfernen Gemeinden kann zu einer Segregation verschiedener Bewohnergruppen führen. Diese Entwicklung sollte durch stärkere Kooperation v.a. der Stadt- und Regionalplanungen entgegen gewirkt werden.

    Leitbild der „dezentralen Konzentration“ (S.66) und „aufnahmefähiger Raum“ (S.73)
    Die Raumordnungsprogramme der Landkreise sollten sich dem Leitbild der „Dezentralen Konzentration“ anschließen.
    Den oberzentrumsfernen Raum aufgrund des günstigen Wohnraums für Zuzug zu nutzen, ist eine große Chance im demografischen Wandel, die aber aktiv von den Gemeinden und Ortschaften gestaltet werden muss. Die Integration von Neubürger/innen, evt. mit Migrationshintergrund bedarf eines Integrationskonzeptens („Willkommenskultur“), um beiden „Seiten“ gerecht zu werden.

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